Zukunftsstadt

Städte sind die Herausforderung der Zukunft. Bereits heute leben mehr Menschen in Städten als in ländlichen Regionen. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Entwicklung moderner Konzepte, die unsere Städte nachhaltiger machen.

Immer bunter: Was bedeutet der demografische Wandel für unsere Städte? © thinkstock

Um die nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land sicher zu stellen, ist Forschung unerlässlich. Nur in Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Kommunen und Akteuren aus der Gesellschaft können Lösungen für nachhaltige Entwicklungen gefunden werden. Expertinnen und Experten aus Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft haben seit Anfang 2013 in der „Nationalen Plattform Zukunftsstadt“ (NPZ) eine übergreifende strategische Innovations- und Forschungsagenda entwickelt. Für diese Agenda haben das Bundesforschungsministerium und das Bundesumweltministerium die gemeinsame Federführung, weiterhin beteiligt sind das Bundesministerium für Wirtschaft sowie das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Die Umsetzung der strategischen Forschungsagenda „Zukunftsstadt“ geschieht in erster Linie durch die Beteiligten aus Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Zusammenarbeit mit der Wissenschaft. Auf diese Weise können die Akteure Handlungsempfehlungen und Prozesse gemeinschaftlich umsetzen.

Forschungsschwerpunkte der Zukunftsstadt sind Energie- und Ressourceneffizienz in der Stadt (insbesondere Vernetzung von Gebäuden und Quartieren zur Steigerung der Energieeffizienz, die Integration der Erneuerbaren in die städtische Energieversorgung, Flexibilisierung von Infrastruktursystemen der Wasserver- und Abwasserentsorgung), Klimaanpassung und Resilienz, Transformationsmanagement und Governanceforschung, die Stadtökonomie sowie die Stadt als System unter Einbeziehung der sozialen und kulturellen Aspekte der Forschung.

Mit demografischem Wandel umgehen

Die Bevölkerung in Deutschland wird im Schnitt älter, bunter und weniger. Unter diesen Schlagwörtern lässt sich die demografische Entwicklung in Deutschland zusammenfassen. Dabei verlaufen die Entwicklungen lokal und regional durchaus unterschiedlich. Ländliche Region werden kleiner, während einige Städte und Regionen einen deutlichen Bevölkerungszuwachs verzeichnen.

Das Bundesforschungsministerium widmet sich den Auswirkungen von demografischen Veränderungen auf regionaler Ebene, der nachhaltigen Bewirtschaftung und Nutzung der Land- und Flächenressourcen. So werden mit der Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ durch die Kooperation von Kommunen mit Wissenschaft, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen neue Impulse für die Zukunft der Regionen in Deutschland gesetzt.

Urbane Bevölkerung wächst weltweit

Stadtentwicklungsprozesse müssen auch global in den Blick genommen werden. Der Weltklimarat IPCC stellt in seinem 5. Sachstandsbericht 2014 fest, dass Anstrengungen zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen in städtischen Gebieten einen entscheidenden Hebel der internationalen Klima- und Energiepolitik darstellen. Stadtform, Infrastrukturen, Konsumstile, Planungsstrategien und sektorübergreifende Politikinstrumente können dort aufgrund von Skaleneffekten besonders wirkungsvoll aufeinander ausgerichtet werden.   

Da die Bevölkerung international in vielen urbanen Regionen deutlich schneller wächst als die Infrastruktur, sind die Städte vor große logistische und finanzielle Herausforderungen gestellt. Sie müssen für Millionen von Menschen durch nachhaltige Maßnahmen und Investitionen möglichst gute Lebensbedingungen schaffen. Aufbauend auf den Erträgen und Erfahrungen des Förderschwerpunktes „Future Megacities“ mit der Umsetzung nachhaltiger Stadtentwicklungskonzepte in Entwicklungs- und Schwellenländern wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung bedarfsgerechte Förderlinien auflegen. Gemeinsam mit ausländischen Akteuren, das heißt den lokalen Entscheidungsträgern, gesellschaftlichen Gruppen und der Wissenschaft vor Ort, werden konkrete Projekte umgesetzt, damit sich städtische Regionen nachhaltig und klimaangepasst weiterentwickeln können.