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Rachel: Islamische Theologie künftig an der Universität Paderborn

"In Universitäten und Schulen brauchen wir mehr in Deutschland ausgebildete und Deutsch sprechende islamische Religionsgelehrte", sagte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) heute bei dem Festakt zum Aufbau des Instituts für Islamische Theologie der Universität Paderborn. "Die religiöse, ethnische und sprachliche Vielfalt der Muslime soll an staatlichen Universitäten in Deutschland besser abgebildet werden", betonte Rachel. Das BMBF fördert Professuren und Nachwuchsgruppen für Islamische Theologie.

Der Austausch zwischen den Theologien der drei monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – ist in heutiger Zeit von existentieller Bedeutung. Durch die neu gegründeten "Zentren für Islamische Theologie" findet der muslimische Glaube eine akademische Heimat an den Universitäten in Deutschland. Sie werden dazu beitragen, ein europäisches Profil muslimischer Gelehrsamkeit mit unseren etablierten wissenschaftlichen Standards auszubilden.

Das BMBF fördert seit 2011 Zentren für Islamische Theologie an staatlichen Hochschulen in Deutschland. Bislang bieten die fünf Universitäten in Erlangen-Nürnberg, Frankfurt/Main, Münster, Osnabrück und Tübingen ein Studium in Islamischer Theologie an. Über 2.000 Studierende nutzen dieses Angebot. Ab diesem Jahr erhalten auch die Humboldt-Universität zu Berlin und die Universität Paderborn Mittel des Bundes für zusätzliche Professuren und Nachwuchsgruppen, damit sie ihr Studienangebot entsprechend erweitern können. Berlin will den Vorlesungsbetrieb zum Wintersemester 2019/2020 starten. Vermehrt streben jetzt die ersten Absolventenjahrgänge auf den Arbeitsmarkt.

Für die sieben Zentren an staatlichen Hochschulen und die "Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft" stellt das BMBF von 2011 bis 2024 insgesamt rund 52,5 Mio. Euro bereit. Die Akademie vernetzt die Hochschulstandorte untereinander, fördert gemeinsame Forschungsprojekte und dient als Transferplattform zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Mit der Förderung der Zentren für Islamische Theologie setzt das BMBF die "Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen" um, die der Wissenschaftsrat im Januar 2010 vorgelegt hat.