"Zusammenarbeit mit internationalen Partnern stärken"

Staatssekretär Thomas Rachel hat den deutsch-griechischen Workshop zum Wissens- und Technologietransfer in Athen besucht. “Griechenland setzt inzwischen verstärkt auf Bildung, Forschung und Innovation zur Überwindung der Wirtschaftskrise”, sagte er.

Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel bei seiner Rede in Athen.
Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel bei seiner Rede in Athen. © BMBF/Eisenbarth

Pressestatement des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Rachel anlässlich des deutsch-griechischen Workshops zum Wissens- und Technologietransfer vom 11. bis 13. Juni 2019 in Athen.

Es gilt das gesprochene Wort.

Forschung und Innovation leisten einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und langfristigem Wachstum. Dies belegt die Entwicklung in Deutschland eindeutig: Mit der Hightech-Strategie ist es uns in den vergangenen zehn Jahren gelungen, unsere Innovationspolitik hin zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen und hin zu visionären Zukunftsprojekten, wie Industrie 4.0, zu entwickeln. Uns ist darüber hinaus bewusst, dass die großen globalen Herausforderungen nur in internationaler Zusammenarbeit bewältigt werden können. Deshalb ist es unter anderem unser Ziel, die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zu stärken.

Griechenland ist mit seinen exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hierfür ein sehr guter Partner. Auch Griechenland setzt inzwischen verstärkt auf Bildung, Forschung und Innovation als Treiber zur Überwindung der Wirtschaftskrise. Daher haben wir bereits im Jahr 2013 das erste gemeinsame Forschungsprogramm mit unseren griechischen Partnern gestartet. Die Resonanz aus der Forschungsgemeinde war überwältigend – sowohl was die Quantität als auch die Qualität der Anträge betrifft. Die hohe Qualität der Projekte war auch ein maßgeblicher Grund für die Neuauflage des Programms, die beide Seiten im Juli 2016 vereinbart haben.

Auch im neuen Programm konzentrieren wir uns auf Themen, die für beide Länder von besonderem Interesse sind. Dazu zählen Gesundheitsforschung, Bio-Ökonomie, Energie, Materialforschung und Schlüsseltechnologien (Optische Technologien). In der Energieforschung haben wir die Themen des ersten Programms fortgeschrieben: Hier ist besonders die sichere, saubere und effiziente Energie als Schwerpunkt zu nennen. In der Gesundheitsforschung setzen wir gegenüber dem ersten Programm andere Akzente. War es 2013 die Forschung zu Brustkrebs, stehen nun Infektionskrankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden, im Fokus der Forschung. In den Geistes- und Sozialwissenschaften erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Entwicklung kultureller und institutioneller Innovationen in Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft und analysieren die Bedingungen für erfolgreiche Innovationen in Deutschland und Griechenland. Dies erfolgt unter anderem mit Blick auf die Möglichkeiten und Barrieren für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen.

Für die 24 Projekte, die 2018 im Rahmen des zweiten deutsch-griechischen Programms für Forschung und Innovation gestartet sind, investieren Deutschland und Griechenland jeweils bis zu neun Millionen Euro. Dies ist ein beträchtlicher Aufwuchs gegenüber dem ersten Programm, in dem beiden Seiten jeweils fünf Millionen Euro zur Verfügung stellten.

Mit dem Programm liegt uns neben der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses besonders die Intensivierung der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft am Herzen. Deshalb fördern wir Projekte, bei denen auf jeder Seite jeweils eine Hochschule bzw. Forschungseinrichtung sowie ein kleines und mittleres Unternehmen Teil des Konsortiums sind. Damit wollen wir die Überführung von Wissen in Wertschöpfung stärken. Um diesen Prozess besonders zu unterstützen, begleiten wir das deutsch-griechische Programm erstmals mit einer gezielten Maßnahme zum Wissens- und Technologietransfer. In diesem Zusammenhang steht die heutige Veranstaltung. In dem dreitägigen Workshop sollen sich die deutsch-griechischen Projektteams zu einem frühen Zeitpunkt mit den möglichen Marktanwendungen ihrer Projektergebnisse beschäftigen. Sie erarbeiten konkrete Transferfahrpläne und entwickeln diese im Projektverlauf weiter. Diesen Prozess begleitet für uns das Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie. Wir gehen davon aus, dass die gezielte Transfermaßnahme maßgeblich dazu beitragen wird, die Ergebnisse der geförderten Projekte erfolgreich in konkrete Markanwendungen in Deutschland und Griechenland zu überführen.

Das Programm mit Griechenland ist das einzige bilaterale, auf verschiedene Themen ausgerichtete Programm des BMBF mit einem europäischen Land. Wir können deshalb mit gutem Recht sagen, dass die deutsch-griechische Forschungs- und Innovationszusammenarbeit ein Leuchtturm in der Kooperation insgesamt ist und darüber hinaus maßgeblich zur Umsetzung der Deutsch-Griechischen Partnerschaftsinitiative aus dem Jahr 2010 beiträgt.