Zwei neue Programme für die Hochschulen

Bund und Länder wollen die deutschen Hochschulen weiter stärken. Dazu haben sie zwei neue Maßnahmen auf den Weg gebracht: die Förderinitiative „Innovative Hochschule“ und das Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und die Bremer Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt in der Bundespressekonferenz © BMBF

Die beiden Maßnahmen, die die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) verabschiedet hat, ergänzen das kürzlich vorgestellte neue Exzellenzprogramm für universitäre Spitzenforschung. Sie sind maßgeschneidert für die unterschiedlichen Aufgaben der deutschen Wissenschaftslandschaft und werden den Wissenschaftsstandort Deutschland weiter voranbringen – auch im internationalen Wettbewerb.

Förderinitiative "Innovative Hochschule"

Die Förderinitiative „Innovative Hochschule“ nimmt die – neben Forschung und Lehre – sogenannte dritte Mission „Transfer und Innovation“ in den Blick und richtet sich besonders an kleine und mittlere Universitäten und an Fachhochschulen. Ihr Wissen und ihre Ergebnisse aus der Forschung sollen zum Nutzen der Gesellschaft und Wirtschaft veredelt werden. Für diese Förderinitiative stellen Bund und Länder gemeinsam bis zu 550 Millionen Euro für zehn Jahre zur Verfügung. Der Bund trägt davon 495 Millionen Euro, die Sitzländer der jeweiligen Hochschulen insgesamt 55 Millionen Euro. Mindestens die Hälfte der Mittel und mindestens die Hälfte der Förderfälle sollen Fachhochschulen zu Gute kommen.

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Das Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist mit einer Milliarde Euro über fünfzehn Jahre ausgestattet. Sein Ziel ist es, die Karrierewege des wissenschaftlichen Nachwuchses an Universitäten besser planbar und transparenter machen. Außerdem soll es die internationale Attraktivität des deutschen Wissenschaftssystems steigern und den Universitäten dabei helfen, die besten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus dem In- und Ausland zu gewinnen.

Tenure-Track-Professur

Das zentrale Element des Programms ist die bundesweite Einführung der Tenure-Track-Professur, die nach einer Bewährungsphase den Übergang in eine Lebenszeitprofessur vorsieht. Mit der Finanzierung von tausend zusätzlichen Tenure-Track-Professuren wird das Programm einen wichtigen Beitrag dazu leisten, sie als einen eigenständigen Karriereweg neben dem herkömmlichen Berufungsverfahren auf eine Professur an Universitäten dauerhaft zu etablieren. „Mit dem Ausbau von Tenure-Track-Professuren verbessern wir die Karrierechancen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. „Sehr wichtig ist uns auch die familienpolitische Komponente des Programms: So kann beispielsweise die Tenure-Track-Phase bei Geburt von Kindern verlängert werden.“

Entscheidung am 16. Juni

Alle drei Bund-Länder-Vereinbarungen – Exzellenzprogramm, „Innovative Hochschule“ und das Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses - werden der Bundeskanzlerin und den Regierungschefinnen und Regierungschefs  der Länder zur abschließenden Entscheidung am 16. Juni 2016 vorgelegt. Sie werden die Strukturen an den Hochschulen nachhaltig prägen.