Wettbewerb InnoVET: Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung

InnoVET ist der Innovationswettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für eine exzellente berufliche Bildung. 17 Projekte wurden ausgewählt und erproben ihre Konzepte bis 2024. Das BMBF fördert InnoVET mit 82 Millionen Euro.

Ingenieure mit Drohne
Die Projekte entwickeln attraktive Qualifizierungsangebote für die berufliche Aus- und Weiterbildung. © Adobe Stock / Gorodenkoff

Digitalisierung, neue Technologien, Flexibilisierungen, Globalisierung und demografische Entwicklung verändern den Arbeitsmarkt erheblich. Diese Herausforderungen müssen angegangen werden – von hochqualifizierten Fachkräften. Um sie zu gewinnen, müssen attraktive Qualifizierungsangebote entwickelt werden, die auf dem Arbeitsmarkt Akzeptanz finden und mit anderen höherqualifizierenden Bildungsgängen gleichwertig sind.

Wettbewerb zur Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startete daher Anfang 2019 den Wettbewerb „Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung“ – kurz InnoVET. Mit neuen strukturbildenden Konzepten soll die berufliche Bildung zukunftsfest gemacht und die Gleichwertigkeit dualer und akademischer Bildung unterstrichen werden. In einem zweistufigen Verfahren wählte das BMBF mit einer Expertenjury die 17 besten Projektanträge für die vierjährige Erprobungs- und Umsetzungsphase aus.

Die im Herbst 2020 gestarteten Projekte entwickeln und erproben attraktive Qualifizierungsangebote für die berufliche Bildung, die Anreize für junge Menschen schaffen, eine Aus- oder Weiterbildung zu beginnen. Die Qualifizierungsangebote orientieren sich an den Bedarfen der Unternehmen und tragen dazu bei, hochqualifizierte Fachkräfte auszubilden. 

In den 17 Projekten mit insgesamt 89 Verbundpartnern haben sich relevante Akteure der beruflichen Bildung zusammengeschlossen: Vertreten sind berufsbildende Schulen, Unternehmen, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS), Bildungszentren, Beratungsinstitutionen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Nach Ende der Förderung sollen die Projektergebnisse im Berufsbildungssystem etabliert werden können. Daher ist der Wissens- und Ergebnistransfer von besonderer Bedeutung. Das Fördervolumen für InnoVET liegt bei insgesamt 82 Millionen Euro.

Was wird gefördert?

Die Projekte verfolgen in sechs Themen-Clustern diese Ziele:

  • Gleichwertigkeit schaffen: Die Projekte entwickeln hochwertige Weiterbildungen auf den DQR-Stufen 5 bis 7, die gleichwertig mit Hochschulabschlüssen sind. Laufbahnkonzepte und Karriereberatung öffnen neue Perspektiven.
  • Branchen stärken: Die Projekte stellen einzelne Branchen mit neuen Weiterbildungen und Qualifizierungskonzepten für die Zukunft gut auf und gestalten die Ausbildung attraktiver.
  • Digitalen Wandel gestalten: Die Projekte entwickeln Weiterbildungsangebote für Fachkräfte zu digital vernetztem Denken und Handeln. Diese ermöglichen es Unternehmen, den digitalen Wandel aktiv zu gestalten und seine Potenziale zu nutzen.
  • Lernortkooperationen ausbauen: Die Projekte schaffen umfassende Lernortkooperationen aus Berufsschulen, Bildungszentren, Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Sie intensivieren die Zusammenarbeit der Lernorte und eröffnen neue Lernchancen.
  • Ausbildungsqualität steigern: Die Projekte erproben innovative Ansätze zur optimalen Vermittlung von Wissen und Kompetenzen. Lernplattformen, Blended Learning und digitale Lerninhalte ermöglichen es, die Berufsbildung flexibler und individueller zu gestalten.
  • Hybride Bildungsmodelle erproben: Die Projekte verzahnen duale Ausbildung und Studium in neu konzipierten Bildungsgängen miteinander. Praktische Kompetenzen der dualen Ausbildung und akademische Lerninhalte ergänzen sich in idealer Weise.

Die Projekte im Überblick

Ausführliche Informationen zu jedem Projekt finden Sie über die Links auf der InnoVET-Website.

  • ABBO – Allianz für Berufliche Bildung in Ostbayern: Das Projekt entwickelt in Ostbayern ein Innovations-Cluster für Berufsbildung, das die Ressourcen bereits vorhandener Bildungsinfrastruktur optimal nutzt. Mehr erfahren
  • BBChemie – Bedarfsorientierte Bildungswege in der Chemie: Das Projekt erprobt neue Bildungswege für leistungsschwache und leistungsstarke Bewerberinnen und Bewerber und qualifiziert ausbildende Fachkräfte für den Umgang mit unterschiedlichen Lerntypen. Mehr erfahren
  • BexElektro – Berufsbildungsexzellenz Elektromobilität: Das Projekt entwickelt ein modulares Bildungskonzept für Berufe der Elektrotechnik mit Bildungsangeboten der DQR-Stufen 3 bis 7 zum Thema Elektromobilität. Mehr erfahren
  • Bildungsbrücken OWL: Das Projekt entwickelt hybride Bildungsformate mit gemeinsamen Lernorten mit dem Ziel, optimale Bedingungen für eine exzellente berufliche Bildung zu schaffen. Mehr erfahren
  • BIRD – Bereichsübergreifende Bildungsangebote für Industrie 4.0 auf der Plattform der DQR-Stufe 5 als Katalysator der Durchlässigkeit: Das Projekt schafft Bildungsangebote für die berufliche Aus- und Weiterbildung und die akademische Bildung zu Industrie 4.0 auf der Fortbildungsstufe „Berufsspezialist/in“ (DQR-Stufe 5). Mehr erfahren
  • BM=x³ - Bildung in Mikro- und Nanotechnologie durch exzellente Berufe, Lernorte und Kooperationen: Das Projekt schafft eine überregionale Berufsbildungsakademie für den Hochtechnologiebereich (Mikro- und Nanotechnologie) mit digitaler Lernplattform. Flexibel einsetzbare Bildungsmodule steigern die Qualität der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Mehr erfahren
  • Bottom-up statt Top-down – Fachkarriere neu gedacht: Das Projekt schafft in Ostbrandenburg eine Modellregion zur Attraktivitätssteigerung und Entwicklung einer exzellenten beruflichen Bildung. Mehr erfahren
  • CLOU – Zukunftscluster für innovative berufliche Bildung: Das Projekt entwickelt Bildungsangebote für die chemische und pharmazeutische Industrie, qualifiziert berufliches Bildungspersonal und verstetigt die geschaffenen Strukturen und Inhalte in drei beruflichen Exzellenzzentren. Mehr erfahren
  • Exzellenz Handwerk – Innovative Exzellenzqualifikation Handwerk DQR 4-7: Das Projekt entwickelt ein flexibles, hybrides Bildungsmodell im Fachgebiet Energie, Elektrotechnik und IT. Im Elektrotechnikerhandwerk entstehen drei Fortbildungen auf den DQR-Stufen 5-7 zum Thema „Intelligente Gebäudetechnik und Systemvernetzung“. Mehr erfahren
  • KI B³ - Künstliche Intelligenz in die Berufliche Bildung bringen: Das Projekt entwickelt drei neue Bildungsabschlüsse als Zusatzqualifikation (ZQ) und auf den DQR-Stufen 5 und 6, die das Thema Künstliche Intelligenz in die berufliche Aus- und Weiterbildung integrieren. Mehr erfahren
  • LBT Forward: Das Projekt modernisiert die Berufsbildung der Land- und Baumaschinen-Branche mit einem überarbeiteten Berufslaufbahnkonzept und einem fortlaufenden Berufsmonitoring. Mehr erfahren
  • ProNet Handwerk – Professionalisierung und Vernetzung im Handwerk: Das Projekt entwickelt gewerkeübergreifende Fortbildungen „Smart Living and Working“ mit den Abschlüssen Bachelor Professional und Master Professional, einen E-Campus und Weiterbildungsangebote für Bildungspersonal. Mehr erfahren
  • SiA-NRW – Studienintegrierende Ausbildung in Nordrhein-Westfalen: Das Projekt erprobt das Modell der „Studienintegrierenden Ausbildung“ an mehreren Standorten in Nordrhein-Westfalen. Duale Ausbildungsberufe werden mit passenden Inhalten aus entsprechenden Studiengängen aufgewertet. Mehr erfahren
  • SPERLE – Strukturwandel durch Personalisiertes Lernen mit digitalen Medien: Das Projekt befähigt Lehrpersonal in Berufsschulen, Betrieben und Weiterbildungseinrichtungen dafür, motivierende Lernangebote für Personalisiertes Lernen mit digitalen Medien zu schaffen. Mehr erfahren
  • tQM – Qualitätssicherung hybrider Ausbildungsangebote: Das Projekt entwickelt ein Qualitätsmanagement für die studienintegrierende Ausbildung in den Bildungsgängen Betriebswirtschaftslehre/kaufmännische Berufe und Informatik/Fachinformatik, das die Lernorte Berufsschule, Betrieb und Hochschule verzahnt. Mehr erfahren
  • UpTrain: Triale Weiterbildung – durchlässig, digital: Das Projekt entwickelt ein gesamtheitliches Weiterbildungsmodell für die Branche des öffentlichen Verkehrs mit zwei neuen Aufstiegsfortbildungen im gewerblich-technischen Bereich. Mehr erfahren
  • ZertEx-Abschlüsse - Zertifikatsergänzte Exzellenzabschlüsse: Das Projekt entwickelt berufsbegleitende IHK-Zertifikatslehrgänge für Fachkräfte des mittleren Managements zur Entwicklung einer agilen Denkweise. Die Inhalte können flexibel an den Bedarf der Unternehmen angepasst werden. Mehr erfahren

So lief das Auswahlverfahren

Das BMBF rief Akteurinnen und Akteure der Berufsbildung mit der Förderbekanntmachung vom 17. Januar 2019 dazu auf, ihre Anträge zur Förderung in der Konzeptphase bis zum 26. April 2019 einzureichen. 176 Ideenskizzen gingen ein, aus denen das BMBF mit einer unabhängigen Jury aus Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis die 30 innovativsten Anträge auswählte. Die Wettbewerbsteilnehmenden erhielten eine Förderung für bis zu sechs Monate, um ihre Ideenskizzen zu umsetzungsreifen Projektkonzepten auszuarbeiten und bis 29. Februar 2020 einen Antrag für die Erprobung- und Umsetzungsphase zu stellen. Anschließend begutachtete das BMBF mit der Jury die Projektanträge und entschied über die Förderung. Bildungsministerin Anja Karliczek gab die von der Jury empfohlenen Projekte im Rahmen einer Pressekonferenz am 7. Juli 2020 bekannt.

Die InnoVET-Jury

  • Prof. Dr. Peter Dehnbostel, TU Dortmund
  • Gisela Grimme, Elisabeth-Selbert-Schule Hameln
  • Günter Hofmann, Werkzeugbau Siegfried Hofmann GmbH, Lichtenfels
  • Prof. Dr. Manfred Müller, Staatliche Berufsschule Bayreuth
  • Thomas Mayr, ibw-Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft Wien
  • Prof. Dr. Gunter Olesch, Phoenix Contact GmbH & Co KG, Blomberg
  • Rolf Schäfer, WBZU – Weiterbildungszentrum für innovative Energietechnologie HWK Ulm
  • Heike Schwarzbauer, Berufskolleg Jülich
  • Prof. Dr. Sabine Seufert, Universität St. Gallen
  • Dr. Gabriele Suhre, Staatliches Berufsbildungszentrum Ernst Arnold Greiz-Zeulenroda

Ansprechpartner/-innen in den Ländern

Baden-Württemberg

Karsten Altenburg
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg
Schlossplatz 4
70173 Stuttgart

Tel.: 0711 / 12 32 204
E-Mail

Bayern

Anna Jäger
Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales
Winzererstraße 9
80797 München

Tel.: 089 / 12 61 13 63
E-Mail

Dr. Robert Geiger           
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Salvatorstraße 2
80333 München

Tel.: 089 / 21 86 25 23
E-Mail

Berlin

Mirko Salchow 
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie
Bernard-Weiß-Straße 6
10178 Berlin

Tel.: 030 / 90 22 76 098
E-Mail

Christin Richter
Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales des Landes Berlin
Oranienstraße 106
10969 Berlin

Tel.: 030 / 90 28 14 81
E-Mail

Brandenburg

Wioletta Wlodarczyk     
Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg
Heinrich-Mann-Allee 107
14473 Potsdam

Tel.: 0331 / 86 63 840
E-Mail                                                                              

Bremen

Hans-Jürgen Iske            
Die Senatorin für Kinder und Bildung Bremen                   
Rembertiring 8-12                        
28195 Bremen

Tel.: 0421 / 36 18 92 48
E-Mail

Hamburg

Frank Worczinski            
Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung                         
Hamburger Straße 31    
22083 Hamburg        

Tel.: 040 / 42 86 32 308
E-Mail

Hessen

Hilke Smit-Schädla         
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
Kaiser-Friedrich-Ring 75
65185 Wiesbaden

Tel.: 0611 / 81 52 242
E-Mail

Niedersachsen

Ute Sandtvos   
Niedersächsisches Kultusministerium
Schiffgraben 12
30159 Hannover

Tel.: 0511 / 12 07 367
E-Mail

Nordrhein-Westfalen

Kathrin Müller          
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen         
Fürstenwall 25 
40219 Düsseldorf

Tel.: 0211 / 85 53 119
E-Mail

Rheinland-Pfalz

Kerstin Belyea 
Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz
Mittlere Bleiche 61
55116 Mainz

Tel.: 06131 / 16 29 42
E-Mail

Frank Ißleib       
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz
Stiftsstraße 9
55116 Mainz               

Tel.: 06131 / 16 24 82
E-Mail

Saarland

Beate Sehn       
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
Franz-Josef-Röder-Straße 17
66119 Saarbrücken

Tel.: 0681 / 50 13 800
E-Mail

Sachsen

Reimo Finke      
Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Wilhelm-Buck-Straße 2
01097 Dresden

Tel.: 0351 / 56 48 24 04
E-Mail

Sachsen-Anhalt     

Uwe Richter      
Ministerium für Bildung Sachsen-Anhalt
Turmschanzenstraße 32
39114 Magdeburg                   

Tel.: 0391 / 56 73 823
E-Mail

Dr. Kristin Körner            
Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt
Turmschanzenstraße 32
39114 Magdeburg   

Tel.: 0391 / 56 74 024
E-Mail

Thomas Brammer           
Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt
Turmschanzenstraße 32
39114 Magdeburg   

Tel.: 0391 / 56 76 911
E-Mail

Schleswig-Holstein

Jan Nissen         
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein
Brunswiker Straße 16-22
24103 Kiel  

Tel.: 0431 / 98 82 513
E-Mail

Christian Buske
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein
Düsternbrooker Weg 94
24105 Kiel

Tel.: 0431 / 98 84 230
E-Mail

Thüringen

Udo Philippus   
Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
Werner-Seelenbinder-Straße 3
99096 Erfurt

Tel.: 0361 / 57 38 11 310
E-Mail                                                                      

Die Fakten auf einen Blick

• Ideenwettbewerb mit zweiphasigem Antragsverfahren (Konzeptphase und Erprobungs- und Umsetzungsphase)
• Auswahl: BMBF mit Unterstützung durch eine Jury
• Begleitgremium aus Sozialpartnern, Ländervertretern und Wissenschaft
• Evaluation im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung
• Fördervolumen: 82 Millionen Euro insgesamt
• Erprobungs- und Umsetzungsphase: Förderung bis zu 48 Monate