Wettbewerb InnoVET: Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sucht die besten Ideen für eine exzellente berufliche Bildung. Antragsteller sind aufgerufen, ihre Anträge mit Ideen für attraktive und hochwertige Qualifizierungsangebote einzureichen.

In Innovations-Clustern sollen im Wettbewerb neue Angebote zur Aus- und Weiterbildung entwickelt und erprobt werden. © Getty Images / cyano66

Digitalisierung, neue Technologien, Flexibilisierungen, Globalisierung und demografische Entwicklung verändern den Arbeitsmarkt erheblich. Diese Herausforderungen müssen angegangen werden – von hochqualifizierten Fachkräften. Um sie zu gewinnen, müssen attraktive und hochwertige Qualifizierungsangebote entwickelt werden, die auf dem Arbeitsmarkt Akzeptanz finden und mit anderen höherqualifizierenden Bildungsgängen gleichwertig sind. Sie richten sich an leistungsstarke Jugendliche ebenso wie an Jugendliche, die beim Einstieg in das Berufsleben Schwierigkeiten haben.

Wettbewerb zur Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) startet daher im Jahr der Berufsbildung 2019 den Wettbewerb „Zukunft gestalten – Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung“ – kurz InnoVET. Mit neuen strukturbildenden Konzepten soll die berufliche Bildung zukunftsfest gemacht und die Gleichwertigkeit dualer und akademischer Bildung unterstrichen werden.

Regionale und/oder branchenspezifische Akteure sollen gemeinsam innovative Aus- und Weiterbildungsangebote entwickeln und erproben – in sogenannten Innovations-Clustern. Dabei müssen sich die zu entwickelnden Ansätze an den Bedarfen des Arbeitsmarktes und der Unternehmen orientieren. Gleichzeitig sollen Anreize für junge Menschen geschaffen werden eine berufliche Aus- oder Fortbildung zu beginnen.

Die Maßnahmen und Strukturideen sollen nachhaltig auf Landes- beziehungsweise Bundesebene etabliert werden können. Daher ist der Wissens- und Ergebnistransfer von besonderer Bedeutung und steht schon zu Beginn einer Projektidee im Fokus.

InnoVET ist offen gestaltet: Der Wettbewerb richtet sich an alle Branchen, Regionen und Partner der beruflichen Bildung. Antragsberechtigt sind berufsbildende Schulen, Unternehmen, Überbetriebliche Ausbildungsstätten (ÜBS), Bildungszentren, Beratungsinstitutionen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Bezugsrahmen ist die duale Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO). Die Konzepte werden von einer Jury bewertet. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) setzt InnoVET um.

Gezielt: Was wird gefördert?

In den Innovations-Clustern werden neue Angebote zur Aus- und Weiterbildung entwickelt und erprobt, die diese Ziele verfolgen:

  • Steigerung der Attraktivität, Qualität und Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung
  • Unterstützung von Unternehmen, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), bei der Gewinnung und Ausbildung von zukünftigen Fachkräften, Führungskräften und Unternehmensnachfolgerinnen und Unternehmensnachfolgern
  • Ausbau der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung zu einem innovativen, durchlässigen und qualitativ hochwertigen System
  • Entwicklung von innovativen Angeboten im Segment Aus- und Weiterbildung / Aufstiegsfortbildung insbesondere auch oberhalb der DQR Stufe 5, die sich an den Bedarfen der Unternehmen orientieren und Anreize für junge Menschen zum Einstieg in die berufliche Bildung setzen
  • Schaffung neuartiger, qualitativ hochwertiger Lernortkooperationen, zum Beispiel zum Transfer von Wissen und neuen Entwicklungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen über den Weg der beruflichen Aus- und Weiterbildung in die betriebliche Praxis, insbesondere in KMU
  • Frühzeitiges Aufgreifen neuer Entwicklungen in der beruflichen Bildung, wie z. B. künstliche Intelligenz und Entwicklung von entsprechenden Qualifizierungskonzepten für die berufliche Bildung

Gefunden: So läuft das Verfahren

Die Förderung erfolgt in zwei Phasen:

1. Konzeptphase

Antragsteller sind aufgefordert, ihre Anträge zur Förderung in der Konzeptphase bis zum 26. April 2019 einzureichen. Das BMBF wählt daraus gemeinsam mit einer Jury die innovativsten Ideen aus. Antragsteller, die in dieser Phase zum Zuge kommen, erhalten für die Ausarbeitung ihres Ideenkonzeptes zu einem Umsetzungskonzept eine Förderung für bis zu 6 Monate mit einem maximalen Fördervolumen von 100.000 Euro für Personalausgaben und Dienstreisen.

2. Erprobungs- und Umsetzungsphase

Am Ende der Konzeptphase legen die Teilnehmer einen Antrag auf die Förderung eines Umsetzungs-Projektes vor. Das BMBF begutachtet mit der Jury die Projektanträge und entscheidet über die Förderung. Die maximale Laufzeit der Erprobungs- und Umsetzungsprojekte beträgt 48 Monate.

Gebündelt: Die Fakten auf einen Blick

• Ideenwettbewerb mit zweiphasigem Antragsverfahren
(1. Konzeptphase und 2. Erprobungs- und Umsetzungsphase)
• Auswahl: BMBF mit Unterstützung durch eine Jury
• Begleitgremien: Begleitausschuss aus Sozialpartnern, Ländervertretern und Wissenschaft
• Evaluation im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung
• Finanzvolumen Konzeptphase pro Teilnehmer: bis zu 100.000 € für 6 Monate
• Erprobungs- und Umsetzungsphase: Förderung bis zu 48 Monaten